Viktoria-News

Jugend trifft Mittelrheinliga (3)

Arnoldsweiler, 28.10.2021 Tobias Jäger und Niclas Krämer (B-Jugend) im Gespräch mit Alexandru Daescu und Maurice Schröder aus der 1sten

Wieder verbrachten unsere Jugendspieler mit zwei Spielern unserer „Ersten“ etwas Zeit zum gegenseitigen Austausch. Diesmal trafen sich Tobias (Tobi) Jäger und Niclas Krämer, beides Spieler unserer B-Jugend mit den Spielern Alexandru (Alex) Daescu und Maurice Schröder. Alex trainiert bereits im zweiten Jahr zusätzlich die derzeitige B-Jugend mit großem Erfolg. Maurice kam im vorletzten Jahr mit einer Verletzung zur Viktoria und ist nun aktiv im Kader eingebunden.

Alex: Wie lange spielt ihr schon in Arnoldsweiler?
Tobi: Seit drei Jahren
Niclas: Ich jetzt seit drei Monaten
Alex: Wo hast Du vorher gespielt?
Niclas: Vorher habe ich ein Jahr in Birkesdorf gespielt und davor habe ich mit Tobi zusammen in Binsfeld gespielt.
Tobi: Genau, mit Manuel und Sebastian haben wir zusammen in Binsfeld gespielt. Deswegen sind die anderen auch alle gekommen. Ich bin damals mit Manuel zusammen zu Play it Juniors gegangen, was ja dann zu Arnoldsweiler gewechselt ist. Deshalb habe ich die beiden auch gefragt, ob sie kommen würden, da ich sie von früher her noch kannte. Wo habt ihr vorher gespielt, bevor ihr nach Arnoldsweiler gekommen seid?
Alex: Ich habe in Rumänien gespielt bis ich 24 war und dann bin ich nach Deutschland gekommen, um zu arbeiten. Hier habe ich dann ein Angebot von Freyaldenhoven bekommen, was ich akzeptiert habe. Dort habe ich dann fünf Jahre gespielt und bin dann vor zwei Jahren nach Arnoldsweiler gewechselt.
Maurice: Ich habe angefangen beim FC Preußen Hastenrath. Ich weiß gar nicht, ob ihr den Verein kennt. Das ist ein Eschweiler Verein. Wir haben damals noch auf der Asche gespielt. Ich bin dann in der U10 nach Aachen gegangen zu der Alemannia und in der U17 nach Kaiserslautern gewechselt. Nach zwei Jahren dort, bin ich nochmal nach Saarbrücken-Elversberg. Von da auch nochmal ein halbes Jahr nach Aachen, war aber da schon verletzt. Dann bin ich nach hier zu der Viktoria nach Arnoldsweiler.
Tobi: Alex, Du hast ja in Rumänien Nationaljugend gespielt, oder?
Alex: Ja
Tobi: Wie war das so? War das ein krasser Unterschied?
Alex: Ja, in der U15, U16 und U17 war ich in der Nationalmannschaft. In Rumänien war es schwer mit Schule und Fußball in der gleichen Zeit. Dann habe ich Fußball gespielt und Schule nur ein bisschen besucht. Der Unterschied in den Altersklassen im Gegensatz zu hier, z.B. Kreis Düren und Aachen ist krass, wir waren in Rumänien viel stärker. Aber dann in der U18 und U19 waren wir ganz schlecht. Die Akademien bis zur U17 sind sehr gut und ich weiß nicht warum, aber dann ist der Unterschied ab der U18 sehr stark. Ich sehe zum Beispiel bei Maurice, der aus der U19 kommt, wie stark der ist. Ein rumänischer Spieler, der aus der U19 kommt, ist nicht so gut.
Tobi: In was für einer normalen Mannschaft hast Du denn gespielt in Rumänien?
Alex: Ich habe für Rapid Bukarest gespielt, vielleicht kennst Du die. Das ist eine von den drei stärksten Mannschaften in Bukarest. Bis zur U14 war ich, wie hier, in einer kleinen Mannschaft und bin in der U14 zu Rapid Bukarest gewechselt. Ich habe dort zwei Jahre Jugend gespielt und bin dann in die zweite Mannschaft gewechselt. In der U18 und U19 habe ich in der ersten Mannschaft gespielt. Ich war in der UEFA Mannschaft 2011, aber ich habe nicht gespielt. Meine Position war Innenverteidiger und meine Konkurrenten waren Spieler, die bereits 300.000 € pro Monat verdienten. Ich war erst U18 und U19, da war es schwer. Aber es hat Spaß gemacht.
Tobi: Wie war denn der Unterschied zwischen dem Training Deiner normalen Mannschaft und dem Training der Nationalmannschaft. War der sehr stark?
Alex: Ja war er. Das Training war total anders. Die Spieler waren stärker als meine Mannschaft. Da waren die stärksten Spieler von ganz Rumänien.
Niclas: Maurice, Du sagtest, Du hättest eine Verletzung gehabt. Welche Verletzung hattest Du?

Maurice: Ich hatte immer mal wieder kleiner Sachen aber nichts Weltbewegendes aber jetzt hatte ich leider die letzten 1 ½ Jahre eine Schambeinentzündung. Das ist ein Knochen im Leistenbereich, der sich bei mir leider entzündet hat. Das ist was sehr Langwieriges,
was irgendwann spontan rauswächst. Man kann zwar mit Physiotherapeuten arbeiten und kann das ganze konservativ behandeln. Ich habe mich dann auch operieren lassen, aber trotzdem war es eine ziemlich langwierige Geschichte.
Alex: Hattet ihr auch schon Verletzungen bis jetzt?
Tobi: Das Einzige, was ich hatte, war ein Innenbandanriss am linken Fuß.
Niclas: Bis jetzt nur der Lendenwirbel geprellt, vor ein paar Monaten.
Alex: Das ist schön. Ich hatte auch keine starken Verletzungen bis letztes Jahr. Im letzten Jahr hatte ich ein bisschen Wadenprobleme nach dem Spiel in Düren. Da war ich drei oder vier Monate draußen. Aber sonst ist alles ok.
Tobi: Habt ihr einen Lieblingsverein in der Profi-Liga?
Alex: Ich schaue manchmal die spanische Liga und Premier League und jetzt seit sechs Jahren auch Bundesliga. In Deutschland ist Borussia Dortmund meine liebste Mannschaft. Und bei Euch?
Tobi: Bei mir ist es Gladbach.
Niclas: Bei mir auch Dortmund.
Maurice: Bei mir ist es Bayern München, der Familie Dank.
Alex: Und welche Spieler?
Tobi: Ich würde sagen Marco Reus oder Ronaldo. Als einer von beiden.
Niclas: Bei mir auch Marco Reus und Messi.
Alex: Du spielst doch Mittelfeld oder Innenverteidiger. Wieso dann Reus und Messi?
Niclas: Ich habe früher eine ganze Zeit rechts vorne gespielt, also sechs Jahre lang und dadurch wurde Marco Reus mein Lieblingsspieler.
Tobi: Ich trage die 11 auch nur wegen Marco Reus. Sonst würde ich auch eine andere Nummer nehmen.
Alex: Für alle in Deutschland ist es irgendwie immer Marco Reus und Müller. Ich weiß nicht, ob den einer von euch kennt aber ich finde Fabio Cannavaro gut. Das war ein italienischer Spieler, hat auch für Real Madrid gespielt. Das war ein sehr guter Innenverteidiger. Und jetzt ist es Ramos.
Maurice: Früher war ich immer Schweinsteiger-Fan. Das war immer mein Idol. Irgendwann hat sich das ein bisschen geändert. Heute gibt es kein bestimmtes Idol, oder mein absoluter Lieblingsspieler. Aber ich mag auf jeden Fall so Spieler wie Ramos von der Einstellung her. Naja, und Ronaldo natürlich. Das sind ja so Standardidole. Ansonsten finde ich noch so Spieler wie Goretzka cool, der in der Mannschaft die Verantwortung übernimmt und körperlich stark ist. Als Youngstar würde ich jetzt mal Jamal Musiala wählen. Den finde ich richtig gut.
Tobi: Ja, kann man so unterschreiben
Maurice: Und Thiago würde ich sagen, Thiago ist ein geiler Spieler am Ball. Das macht Spaß zuzusehen.
Tobi: Maurice, welche Position spielst Du?
Maurice: Eigentlich alles im Zentrum, Sechser, Zehner, auch Achter. Manchmal rück ich auch nach außen aber eigentlich die Zentrumpositionen.
Alex: Was ist die beste Position für Euch? Ich weiß, ich bin Euer Trainer, aber ich wechsel Eure Positionen manchmal. Aber wie seht ihr das? Was sind Eure besten Positionen, die Euch auch Spaß machen.
Tobi: In Binsfeld haben Niklas, Manu und ich immer vorne gespielt. Wir waren so der Dreier-Sturm. Niclas und ich haben da auch schonmal die Seiten gewechselt. Ich kann glaube ich beide Flügel spielen. Dann habe ich linker Verteidiger gespielt kurzzeitig mal. Fand ich nicht so gut. Ich spiele lieber vorne. Aber ich würde sagen linker oder rechter Flügel macht schon am meisten Spaß.
Niclas: Bei mir ist es Innenverteidiger oder linker Verteidiger. Ich spiele nicht mehr so gerne vorne. Wie ist es bei Euch?
Alex: Ich habe in Rumänien Innenverteidiger gespielt. Hier in Deutschland habe ich vier Jahre Sechser gespielt. Daher bin ich jetzt immer Innenverteidiger oder Sechser. Thomas hat hier in Arnoldsweiler auch mal die Zehner Position probiert, aber die mag ich nicht. Es ist sehr schwer, man muss viel laufen. Als Sechser muss man auch viel laufen aber als Zehner muss man in die Tiefe laufen, das ist nichts für mich. Ich bin nicht schnell. Für mich ist besser was körperliches. Ich bin auch kopfballstark.
Maurice: Meine Positionen habe ich Euch ja schon genannt und ich fühle mich eigentlich auch wohl im Zentrum.
Alex: Hat einer von Euch einen Nick-Name?
Niclas: Mich nennen alle Bernhardt
Tobi: Bei mir ist es Tobi oder TJ
Niclas: Habt ihr einen?
Alex: Bei mir ist es nur eine Ableitung vom Namen, „Dae“
Maurice: Ich bin auch als „Mo“ bekannt.
Alex: Was findet ihr besser, auf Kunstrasen oder auf Rasen spielen?
Tobi: Kunstrasen. Es ist zwar ein schönes Gefühl, wenn man sonntags bei Sonnenschein auf so einen frisch gemähten Rasen kommt. Ich mag es aber nicht so gerne auf Rasen zu spielen. Ich komme da nicht so gut klar. Kunstrasen ist einfacher, weil der Ball da besser rollt, deshalb komme ich da besser klar.
Niclas: Ich spiele auch lieber auf Kunstrasen. Aber es kommt auch immer ein bisschen auf den Rasen an, ob der jetzt viele Hubbel hat oder nicht.
Maurice: Also hier in Arnoldsweiler würdet ihr beide jetzt lieber auf Kunstrasen spielen?
Tobi: Also hier in Arnoldsweiler ist der Rasenplatz super gut, da kann man gar nichts sagen.
Maurice (schaut ungläubig): Ich glaube, da spielst du aber auf einem ganz anderen Rasen als ich.
Tobi: Ja gut, also ich habe in Binsfeld gespielt. Da sind sogar Maulwurfhügel auf dem Rasen, da kann man gar nicht spielen. Dagegen ist das hier ein Wunder an Rasen. Aber auch hier würde ich lieber Kunstrasen spielen.
Alex: Ihr wisst aber beide, dass die meisten Verletzungen vom Kunstrasen kommen oder?
Tobi: Nein, wusste ich nicht.
Alex: Doch, 90 % der Verletzungen sind vom Kunstrasen. Auf dem Rasen kannst Du rutschen und hast vielleicht ein bisschen Probleme mit der Muskulatur. Auf dem Kunstrasen ist das so, wenn Dein Fuß nicht mehr läuft und hängen bleibt dann hast du Probleme mit dem Gelenk, mit dem Knie und auch mit dem Oberkörper. Das ist wie die Verletzung von Niklas Fuhlbrügge vor zwei Wochen. Der Fuß bleibt hängen und schon die Verletzung im Knie. In unserer Mannschaft das gleiche mit Louis Cremer. Der Fuß bleibt stehen im Kunstrasen und das Knie läuft weiter nach vorne. Für mich ist auch Kunstrasen besser, weil der Ball einfach schön läuft. Aber ich liebe auch auf dem Rasen zu spielen. Schön mit Stollen wenn es ein bisschen geregnet hat.
Maurice: Ich muss ehrlich sagen, ich präferier eigentlich immer den Rasen. Ich gebe dir schon recht Alex, der Ball läuft hier besser auf dem Kunstrasen. Aber auch durch meine Verletzung, der Schambeinentzündung, die sicherlich auch vom vielen Spielen auf Kunstrasen entstanden ist, spiele ich lieber auf einem guten Rasenplatz. Das fühlt sich einfach in den Gelenken und Füßen besser an.
Alex: Wenn ihr Freizeit habt. Was ist besser für Euch? Freizeit und Computerspielen oder lieber Fußball spielen?
Tobi: Ich mag beides sehr gerne. Aber wenn ich nicht gerade krank bin und zwei Freunde fragen mich, ob ich lieber Computer spielen oder Fußball spielen will, dann würde ich Fußball spielen gehen. Es kommt eher seltener vor, dass einige Leute Zeit haben sich zu treffen, um Fußball zu spielen.
Niclas: Ja bei mir auch. Wenn mich jetzt Freunde fragen würden, würde ich im Moment lieber Fußball spielen gehen. Bevor ich nach hier gekommen bin, habe ich zwei Jahre Fußballpause gemacht. In der Zeit habe ich fast nur gezockt. Daher möchte ich im Moment am liebsten immer weiter Fußball spielen gehen.
Alex: Bis vor zwei, drei Jahren habe ich manchmal auch gespielt. Aber nicht auf der Playstation sondern nur auf dem Computer. In der Coronazeit vor zwei Jahren bin ich dann mehr gelaufen und habe mir gesagt, dass ist zu viel Zeit für mich mit dem Computer spielen. Ich habe zu wenig geschlafen. Ich konzentriere mich lieber jetzt auf eure U16 oder auch auf das Individualtraining. Seit zwei Jahren spiele ich jetzt gar nicht mehr.
Tobias: Aber du würdest gerne?
Alex: Ich habe mir überlegt, vielleicht machen wir ein kleines Trainingslager hier im Winter, zwei oder drei Tage und können vielleicht hier gemeinsam im Clubheim was zocken.
Maurice: Ja, eine Fifa-Zeit habe ich auch schon hinter mir und wenn ich ehrlich bin, auch zum Glück hinter mir gelassen. Bei mir war das früher auch so, von der Schule gekommen, erstmal die Playstation angemacht und ein bisschen Ultimate Team gezockt für ein paar Stunden. Dann ging es zum Training. Dann bin ich irgendwann ins Internat nach Kaiserslautern gegangen. Da hatten wir zwar auch die Möglichkeit, aber da war alles ein bisschen getakteter. Da hat man viel mehr mit den Jungs gemacht. Wir haben auch zwischendurch mal gezockt. Aber da hat man, insbesondere weil man auch Zweibettzimmer hatte, sich nicht mehr direkt nach der Schule vor die Playstation gesetzt und gezockt. Da habe ich eher was mit den Jungs unternommen und da hat das bei mir zum Glück auch irgendwann aufgehört.
Alex: Habt ihr auch schon einen anderen Sport probiert?
Tobi: Was ich sehr gerne mache ist Volleyball spielen, auch wenn ich es nicht so intensiv mache. Ich habe das schon mal in einem Feriencamp gemacht. Das macht mir wirklich Spaß.
Alex: Wir haben hier schon zweimal gespielt.
Tobi: Ja ich weiß. Ich bin so sauer, dass ich krank war. Wir haben es auch mal in der Schule gespielt. Ich bin nicht sonderlich gut darin. Wenn ich nicht die Chance hätte Fußball zu spielen, würde ich auf jeden Fall Volleyball spielen. Ansonsten habe ich nichts anderes probiert. Ich habe immer Fußball gespielt, seit ich drei Jahre alt bin.
Niclas: Bei mir gab es nichts anderes außer Fußball.
Maurice: Würdest du denn gerne mal was anderes ausprobieren?
Niclas: Wenn, dann auch Volleyball. Wir haben das ja letztens mal gespielt zusammen. Das hat mir eigentlich ganz viel Spaß gemacht.
Alex: Was meint ihr ist Sport in der Mannschaft oder als Einzelsport besser?
Tobi: Ich mache lieber im Team. Im Vergleich zum Beispiel Völkerball oder Zombieball. Ich habe immer lieber Zombieball gespielt mit anderen in einem Team halt. Wir haben dann immer ein Teamspiel draus gemacht, auch wenn es eigentlich ein Einzelspiel ist.
Niclas: ich mag auch viel lieber im Team spielen. Bei so Einzelsachen macht alleine nicht so viel Spaß immer.

Maurice: Ich habe früher in der Vergangenheit mal Tennis gespielt. Das war aber dann irgendwann nicht mehr möglich, weil es mit dem Fußball nicht mehr vereinbar war. In Aachen hatte ich schon ab der U11 viermal die Woche Training. Dann war das halt einfach zu viel. Trotzdem bin ich aber eigentlich auch ein Teamplayer. Ich finde,
beide Seiten haben Vor- und Nachteile. So ist das ja immer. Aber ich finde es cool im Team zu spielen.
Alex: Ich habe auch zwei Jahre Tennis gespielt. Dann hatte ich mal ein offizielles Spiel gegen den Top-Spieler aus meinem Jahrgang. Da
habe ich direkt 6:0 6:0 verloren. Ich hatte keine Chance. Da habe ich gesagt, ok, ich möchte nichts mehr im Einzelsport machen, ich
möchte jetzt im Team spielen. Aber jetzt spiele ich auch mal gerne Tennis, nicht oft, vielleicht drei oder viermal im Jahr. Mein Bruder ist Ex-Profispieler. Wenn wir uns treffen, spielen wir mal Tennis.
Tobi: Stimmt, ich habe auch mal sechs Monate im Verein Tennis gespielt. Da ist es auch so. Wenn ich mit Freunden spiele im Doppel oder auch Einzel macht das schon Spaß aber gegen Fremde spielen so als Einzelsport würde mir keinen Spaß machen.
Alex: Wo seht ihr euch in fünf Jahren, ok, nicht in fünf, besser in drei Jahren, also nach der A-Jugend?
Tobi: Top-Ziel wäre erste Mannschaft.
Niclas: Bei mir wäre das auch Ziel die erste Mannschaft.
Alex: Nicht wechseln?
Niclas und Tobi (eindeutiges Kopfschütteln): Nee, hierbleiben.
Alex: Ich habe noch zwei Jahre hier aber ich würde noch hierbleiben wollen. Es ist einfach für mich. Ich wohne hier in Düren und brauche nur acht Minuten mit dem Auto oder 15 Minuten mit dem Fahrrad. Ich habe euch jetzt auch als Trainer schon zwei Jahre und das macht sehr viel Spaß mit euch. Und auch die erste Mannschaft. Das ist hier ein richtiges Team, nicht wie in Freyaldenhoven. Das war kein richtiges Team irgendwie. Ich weiß es nicht, aber ich hoffe ich bleibe hier noch für die nächsten sieben oder acht Jahre. Wenn ich nicht mehr Fußballspielen kann, dann sag ich jetzt ist Ende.
Maurice: Das ist eine gute Frage, wo ich mich in drei Jahren sehe. Ich muss ehrlich sagen, früher hatte ich schon meine Pläne. Aber jetzt nach meiner Verletzung bin ich eher so drauf, dass ich sage, ich schau einfach mal, wie es kommt, oder wo mein Weg hingeht. Es kommt im Endeffekt immer wie es kommt. Ich bin der Meinung, man sollte immer sein Bestes geben. Ich fühle mich auf jeden Fall wohl hier, aber ich würde auch nicht ausschließen, dass es vielleicht in ein paar Jahren woanders hingeht. Man weiß nie, wie es im Leben kommt. Das kann ja auch ganz unterschiedliche Gründe haben. Das muss nicht unbedingt was mit dem Fußball zu tun haben. Es kann auch private Gründe haben, deshalb bin ich niemand, der sagt, in drei Jahren sehe ich mich genau da.
Tobi: Wo du eben sagtest, in Freyaldenhoven war nicht so ein guter Teamgeist. In Binsfeld haben wir auch alle zusammengespielt und jeder kannte sich vom Dorf. Der Teamgeist war super. Weil ich besser werden wollte, bin ich damals zu Playit gegangen und da war es halt auch so, dass es Leute gab, die genervt haben. Aber seit dem Playit zu Arnoldsweiler gewechselt ist und die anstrengenden Leute nach Düren gewechselt sind, ist wieder ein richtig guter Teamgeist entstanden. Es macht seit langem wieder richtig viel Spaß.
Niclas: Habt ihr eigentlich besondere Rituale vor dem Spiel?
Maurice: Ich habe eigentlich keine besonderen Rituale muss ich sagen. Was macht man vor dem Spiel? Da hat sich schon viel verändert seit meiner Verletzung. Vor meiner Verletzung war das ganze immer ein bisschen lockerer. Seit meiner Verletzung mache ich immer ein Aktivierungsprogramm vor dem Spiel. Das fängt eigentlich schon zu Hause an, dass ich mich nochmal kurz ausdehne. Ich versuch immer ein bisschen auf meinen Körper zu hören. Das kommt immer drauf an, was ich brauche und was ich fühle. Manchmal denke ich auch mein Körper braucht ein bisschen mehr Wärme und Entspannung, sowas in diese Richtung. Kurz vorm Spiel höre ich Musik. Ich versuche mich dann auf das Spiel zu konzentrieren. Ich bin auch so jemand, der sich verschiedene Spielsituationen vorstellt oder durch den Kopf gehen lässt.
Alex: Ich denke in die gleiche Richtung wie Maurice. Manchmal muss ich vor dem Spiel noch ein paar Übungen machen, also etwas für den Körper. Aber nicht zu schwer, eher mal dehnen. Dann ein paar Übungen für die Knie und den Rücken, damit alles frei ist. In der Kabine mach ich nichts. Ich habe dann auch keine Musik so stark und so viel vor dem Spiel. Da bekomm ich dann vielleicht Kopfschmerzen und kann mich nicht mehr konzentrieren. Das macht mich eher nervös. Ich laufe zweimal mit dem rechten Fuß auf den Platz, aber das wars.
Tobi: Ich bin immer relativ lange wach. Ich brauche auch grundsätzlich nicht so viel Schlaf. An einem Spieltag gehe ich immer früher ins Bett und sorge so für 10 Stunden Schlaf. Ich esse dann abends was Vernünftiges und nicht eine Pizza oder sowas. Dann stehe ich drei bis vier Stunden vor dem Spiel auf und esse meistens was Müsli. Dann setze ich mich bei uns zu Hause in unser Vorhäuschen und denke auch schon ans Spiel und Spielsituationen, die ich vielleicht beim letzten Spiel verkackt habe und die ich besser machen kann. Wir haben das ja jetzt auch mit der Box in der Kabine. Ich finde das gut, weil ich mich besser konzentrieren kann mit Musik. Ich lerne auch viel mit Musik.
Niclas: Bei mir ist das auch so, wie bei Tobi, dass ich mir verschiedene Spielsituationen durch den Kopf gehen lasse und überlege, was ich falsch gemacht habe und was ich im nächsten Spiel besser machen kann. Im Auto höre ich dann auch Musik oder unterhalte mich mit meinen Kollegen, die auch im Auto sitzen.
Alex: Ich habe noch eine Frage, die uns jetzt morgen in dem Spiel betrifft (1. FC Düren B Jugend gegen Viktoria Arnoldsweiler B Jugend, Spiel um Platz 1 der Meisterschaft). Wisst ihr was ein Derby ist?
Tobi: Ja, natürlich. Ein Derby sind zwei nahe beieinander liegende Mannschaften, die gegeneinander antreten. Meist haben die eine bestimmte Beziehung zueinander, wie zum Beispiel Gladbach gegen Köln oder Dortmund gegen Schalke. Man verbindet es auch schnell mit Hass. Ich würde das jetzt zwischen uns und Düren ähnlich sehen. Also ich mag Düren absolut nicht. Daher würde ich das als Derby sehen. Ja, wird kritisch morgen.
Alex: In erster Linie muss man ein Derby immer gewinnen. Also ich bitte euch wirklich zu gewinnen morgen.
Tobi: Ich glaube, wenn wir in einer guten Verfassung sind, können wir das schaffen.
Alex: Einfach Gas geben und nicht so viel denken. Kennt ihr die Spieler von der ersten Mannschaft?
Tobi: Ich kenne ein paar, ja.
Alex: Niclas, du hast jetzt auch ein paar Spiele von uns gesehen. Wer denkt ihr, ist der beste Spieler von uns?
Tobi: Ich achte immer auf den linken Flügel und da war einer mit dunklen Haaren, ich glaube die Nummer 20.
Alex und Maurice: Ja, das ist Sinan.
Tobi: Und dann noch ein Stürmer mit blonden Haaren.
Maurice: Ja, Dennis Dreyer
Tobi: Ja, der ist auch sehr gut.
Niclas: Ich finde auch den Stürmer Dennis Dreyer gut und den rechten Innenverteidiger.
Alex: Ich habe gedacht, ihr sagt, die Nummer 5 ist der Beste aber jetzt ist zu spät.
Tobi (schaut zwischenzeitlich im Handy nach): Nein, ich meine nicht Sinan, sondern Dominik. Den finde ich super. Ich hätte ja anfangs gerne die Frage gestellt Messi oder Ronaldo aber ihr habt beide gesagt, ihr findet Ronaldo gut, oder?
Maurice: Ja, ich finde Ronaldo absolut gut.
Alex: Ich bin schon pro-Ronaldo. Als Charakter vielleicht Ronaldo aber Fußballspieler, puhhhh. Es sind nicht die gleichen. Aber Messi ist schon stark.
Maurice: Also ich bin schon Pro-Ronaldo auf jeden Fall. Der Grund dafür ist, dass Ronaldo ein Leader-Typ ist. Natürlich ziehen beide, allein schon auf Grund ihrer fußballerischen Qualitäten, die Mannschaft mit. Das sind auch beides Spieler, die sich tatsächlich gut ergänzen würden, weil sie total unterschiedlich sind. Ronaldo ist halt eine körperliche Maschine, kopfballstark und trotzdem schnell, auch natürlich gut am Ball. Messi ist eher so ein wendiger Spieler. Die sind beide auf jeden Fall unglaublich. Aber trotzdem würde ich sagen, dass Ronaldo diese Leadership-Mentalität mehr verkörpert.
Tobi: Ich würde jetzt nicht sagen, dass es nur Ronaldo gibt. Ich finde Messi als Spielertyp auch mega. Aber ich finde auch, dass Ronaldo noch einen ticken mehr sympathischer ist. Ich mag es einfach lieber, Ronaldo beim spielen zuzusehen. Auch wenn der ein Tor schießt, freue ich mich immer für Ronaldo mit. Bei Messi habe ich das halt nicht.
Niclas: Bei mir ist es ja Messi. Ich finde eigentlich beide gleich gut aber wenn ich mich für einen entscheiden müsste, dann wäre es Messi.
Alex: Was ist denn eure Lieblingstrikotnummer?
Tobi: Meine Lieblingstrikotnummer ist die Nummer 11, weil ich Marco Reus sehr mag. Das war schon immer mein Idol. Ich war einmal im Stadion und hab fast geweint, trotz das ich 100 Meter entfernt war. Wenn ich die Nummer 11 habe, habe ich ein besseres Gefühl. Am nächsten dann natürlich die Nummer 7 wegen Ronaldo, aber die gönne ich Ali auch. Der mag Ronaldo auch deutlich mehr als ich noch.
Niclas: bei mir war es eigentlich immer die 10, da ich schon immer, auch in Birkesdorf die 10 gespielt habe.
Alex: Und jetzt hast du die 4
Niclas: ja 😊
Alex: Magst du die 4 nicht?
Niclas: doch, geht.
Alex: Es gab mal einen Spieler, der hat immer die Nummer 10 gespielt als Innenverteidiger. William Gallas, der hat in Arsenal gespielt.
Maurice: Von den Bambinis bis zur U10 hatte ich immer die Nummer 7. Dann bin ich ja nach Aachen gegangen und da hat das mit den Nummern aufgehört. Wir hatten immer nach Aufstellung feste Nummern. Welche Nummer ich gut finde ist die Nummer 10. Ist halt eine klassische Zehner-Nummer, entsprechend der Position. Die Nummer 17 finde ich auch cool, hatte ich auch eine Zeit lang. Das ist so die Verbindungsnummer 7+10. Jetzt habe ich die 23. Das hat auch einen kleinen Hintergrund. Michael Jordan sagt euch bestimmt etwas. Ich feier den ungemein. Der hat eine richtig coole Mentalität. Das war der Grund warum ich jetzt hier in der Mannschaft die 23 haben wollte.
Alex: Früher hatte ich immer die 6, so sieben bis acht Jahre. Und dann hatte ich auch mal die 23. Dann habe ich in Deutschland die Nummer 17 gespielt. Das war meine Lieblingsnummer. Und jetzt in Arnoldsweiler habe ich die Nummer 5. Ja, das ist nix. Aber für mich ist die Trikotnummer nur eine Nummer.
Tobi: Gibt es sonst noch einen anderen Sport, den ihr so guckt?
Maurice: Ich bin jetzt so kein Tennis-Fan aber ab und zu guck ich da schonmal rein. Jetzt zu Olympia zum Beispiel Dokovic gegen Zverev. Macht schon Spaß auch mal da zu zuschauen. Dann NBA guck ich ab und zu. Ich bin da jetzt auch nicht von irgendeiner Mannschaft Fan aber als Abwechslung zum Fußball macht das auch schonmal Spaß sich eine andere Sportart anzuschauen.
Alex: Bei mir ist es 90 Prozent nur Fußball. Und wenn ich mal keine Lust auf Fußball habe, dann ist es Tennis oder eben Netflix.
Tobi: Ich gucke sonntags immer Formel 1. Tennis ist nichts für mich und ein NBA Spiel habe ich noch nie geguckt. Vielleicht sollte ich das mal machen. Handball habe ich auch schon geschaut, EM oder WM war das, als Deutschland gespielt hat. Ansonsten schau ich nur Fußball. Auch ein Spiel nochmal, zum Beispiel Bayern gegen Bochum, nur um die sieben Tore nochmal zu sehen.
Niclas: Wie ist das so auf einem Internat?
Maurice: Es ist ungewohnt, ich war damals 17, das ist jetzt nicht so früh, das erste Mal von zu Hause wegzukommen. Im Internat war eigentlich eine coole Zeit. Ich habe dort viele neue Jungs kennen gelernt. Wie das immer im Leben so ist, mit manchen hat man noch Kontakt, mit vielen leider nicht mehr. Aber allgemein hatte das jeden Tag einen geregelten Ablauf. Morgens hatten wir immer vor der Schule Frühtraining um sieben Uhr. Da haben wir was im Bereich Athletik gemacht im Kraftraum. Nach dem Frühtraining hat dann der Unterricht begonnen. Das war dann nicht anders als in der normalen Schule auch. Wir hatten einige Fächer komprimierter, also weniger Stunden, damit wir das dann zeitlich besser mit dem Fußball geregelt bekommen haben. Zwischen Schule und Training hatten wir dann noch ca. zwei Stunden Zeit, wo wir uns dann um Hausaufgaben und andere Dinge kümmern konnten. Dann hatten wir Training und wurden immer von so kleinen Bussen abgeholt und zur Trainingsanlage gefahren. Zwischendurch konntest du dann in der Mensa essen. Das hat leider nicht so gut geschmeckt. Das war auch das erste, was ich bemängeln kann. Die Küche von Mutter hat mir auf jeden Fall gefehlt. Ja das war auch schon der grobe Ablauf. Wenn man dann am Wochenende nicht zu Hause ist, zwischen Kaiserslautern und Eschweiler liegen rund 300 Kilometer, hat man schon viel mit den Jungs im Internat unternommen. Wir sind dann auch mal raus gegangen oder Fußball zocken gegangen.
Tobi: Hattest du denn auch Spieler in der Mannschaft, die du nicht gemocht hast?
Maurice: Ich hatte da jetzt niemanden, den ich gehasst habe. Aber ich muss schon sagen, ich hatte einen Zimmerkollegen, der ist dann leider auch schon früher gegangen, dann hatte ich einen neuen. Das sind wirklich wie zwei Brüder für mich geworden. Dann hat man noch andere Jungs, mit denen man relativ viel macht und vieles unternimmt und dann gibt es Jungs, mit denen man nicht so viel macht. Aber man hängt schon sehr sehr viel aufeinander.
Tobi: Als ich damals zu Playit gekommen bin, waren mir bei dreimal die Woche Training schon einige Leute zu viel. Wenn ich mir vorstelle auf ein Internat zu kommen, da würde ich nicht lange durchhalten, glaube ich.
Frage der Redaktion: Wie schätzt ihr Eure Mannschaft in der Tabelle derzeit ein?
Alex: Im Moment ist es schwierig einzuschätzen. Ich denke, wir müssen die nächsten drei bis vier Spiele mal abwarten. Dann wird sich die Tabelle sortieren. Ich habe vor der Saison gesagt Top 5 und ich bleibe dabei. Ich denke mit der Mannschaft können wir das erreichen.
Maurice: Für mich ist es noch schwieriger, das einzuschätzen, da ich jetzt erst aus der Jugend im Seniorenbereich angekommen bin. Jetzt haben wir bereits einige Spiele durch und ich habe die Mannschaft kennengelernt. Was ich jetzt sagen kann, ich weiß das ist immer eine Fußball-Phrase, aber wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel denken. Jeder der Gegner bisher war schlagbar. Auch der FC Düren wäre schlagbar gewesen, trotz das die als Favorit ins Spiel gegangen sind. Wir sollten alles dafür geben, jedes Spiel zu gewinnen, dann ist mit der Mannschaft, die wir jetzt haben, sehr sehr viel drin.
Alex: Wie schätzt ihr die nächsten sechs Monate in der Sonderliga ein?
Tobi: Ich glaube wir können es schaffen, mit unserer Mannschaft in die Bezirksliga zu kommen.
Alex: Ihr müsst erster von zehn werden. Wir spielen jetzt 18 mal. Hin- und Rückrunde.
Tobi: Ja stimmt, ausgeschlossen ist das nicht, dass wir das schaffen. Wir sind eine relativ starke Mannschaft.
Niclas: Ich denke auch. Ich weiß nicht, wer alles in unserer Gruppe ist, aber wenn wir so spielen, wie wir die letzten Spiele gespielt haben, müssten wir es eigentlich schaffen, Erster zu werden.

 

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