Viktoria-News

Jugend trifft Mittelrheinliga

Arnoldsweiler, 24.08.2021 Nico Fuchs und Fabian Schnitzler aus unserer B1 trafen sich drei Tage vor dem Spiel gegen Fortuna Köln mit dem Neuzugang Kevin Jackmuth und Dominik Behr zum gegenseitigen Austausch.

Nico: Wie lange spielt ihr schon Fußball?
Kevin: Fußball spiele ich schon, seit ich denken kann. Es gab
mal ein Jahr, in dem ich als Springer auch mitgekickt habe,
ansonsten stand ich, die ganze Jugend durch, im Tor. Ich habe eine
gute Ausbildung genossen. Neben meinem Heimatverein bin ich
auch das ein oder andere Jahr in ein NLZ gewechselt, unter
anderem zum FC Köln oder nach Leverkusen. Es hat mich jedoch
wieder mehr zu meinen Freunden gezogen, daher bin ich wieder
zurück zu meinem Heimatverein gewechselt. Anschließend ging es
dann nach Bedburg, sind mit unserem Jahrgang auch in der
Mittelrheinliga gut durchmarschiert, hatten aber dort die
Möglichkeit zum Aufstieg in die Jugendbundesliga knapp verpasst.
Anschließend ging es dann in den Seniorenbereich.
Dominik: Ich habe mit vier angefangen Fußball zu spielen. Es war
ähnlich, wie bei Kevin. Ich habe bis ich zehn war, in Vettweiß
gespielt. Von dort aus bin ich zu Alemannia Aachen gewechselt.
Mit 16 habe ich dort meinen ersten Amateurvertrag
unterschrieben. Ich habe mir allerdings mit 15 das erste Mal das
Kreuzband gerissen. Zwei Jahre später bin ich nach Duisburg
gewechselt. Ich habe dort relativ schnell Fuß gefasst, überlegte
nach Duisburg zu ziehen, da die Zugfahrt relativ weit war, habe
mich aber dazu entschieden, hier in der Umgebung zu bleiben. Mit
19 habe ich meinen ersten Profivertrag unterschrieben. Danach
kam die ein oder andere Verletzung, hab mir dann noch zweimal
das Kreuzband gerissen. So bin ich also wieder zurück nach hier
und bin jetzt schon das zweite Jahr in Arnoldsweiler und hier fühle
ich mich einfach zu Hause.
Fabian: Welche Position spielst Du?
Dominik: Ich habe früher als Stürmer gespielt, aber dann wurde
ich von jedem Trainer mal irgendwo anders hingestellt. Danach
ging es so Richtung Mittelfeld. Später bin ich Profi auf der 6er bzw.
8er Position geworden. Seitdem sind das so meine Positionen. Ich
kann vorne eigentlich alles spielen. Ich kann aber auch
Rechtsverteidiger spielen. Wenn man eine gute Jugendausbildung
genossen hat, kann man eigentlich jede Position spielen. Das ist
einerseits blöd, wenn man in den Seniorenbereich geht und keine
feste Position hat. Dann kann der Trainer auch immer sagen: “Hey
das ist ein guter Junge, den werfe ich immer rein, wenn ich
irgendwo Not habe.“ Aber eigentlich bin ich offensives Mittelfeld.
Ob jetzt links, rechts oder zentral ist eigentlich egal.
Kevin: Ich bin Torwart, das habe ich eben schonmal angedeutet.
Da gibt es nicht so viel Spannendes zu erzählen. Mal links mal
rechts außerhalb vom 16er, oder wie am Freitag auch mal ganz
weit draußen. Ich würde die Frage gerne auch mal zurückspielen.
Nico: Ich habe mit drei in Birkesdorf angefangen. Ich habe dort 10
Jahre als Verteidiger gespielt, dann als 8er und jetzt bin ich nach
hier gekommen. Ich war hier im Fußballcamp und jeder hat gesagt
Fabian: Ich habe auch ganz früh angefangen, mit drei oder vier
Jahren in Arnoldsweiler erst. Hier habe ich nicht lange gespielt und
bin nach Golzheim gewechselt, in meinen Nachbarortverein. Dort
habe ich lange gespielt. Mit 11 bin ich zu „Play it“ gewechselt. Das
war eine Fußballschule, die einen Verein gegründet haben. „Play
it“ hat sich hier aufgelöst und dadurch bin ich nach Arnoldsweiler
gekommen.
Kevin: Und welche Position?
Fabian: 6er. Momentan gibt es nicht so eine gute Verteidigung,
dadurch bin ich erst mal nach hinten gegangen in die
Innenverteidigung.
Dominik: Aber das ist auch gut so. Wenn Du dir das
Fußballfachwissen aneignen willst, ist das gar nicht so verkehrt die
Positionen durch zu spielen. Irgendwann muss nur der Zeitpunkt
kommen, wo du für dich und der Trainer für die Mannschaft
herausfinden muss, welche Position für dich die stärkste ist. Aber
man muss auch im Sinne der Mannschaft denken. Jeder will
natürlich als Stürmer spielen. Wenn man 10 Tore macht, ist das
am auffälligsten. Aber ich kann euch sagen, irgendwann sieht auch
der Trainer und auch andere Leute „der 6er gewinnt viele
Zweikämpfe oder erobert viele Bälle“. Da braucht man sich keine
Gedanken machen. Wenn Du als Innenverteidiger gut bist, wird
Fabian: Du warst ja in Duisburg. Hast Du da richtig als Profi
gespielt?
Dominik: Ja, das war so. Ich hatte gerade mein Fachabitur fertig.
Und das war so gegen Ende der Schulzeit. Dann rief der Trainer an
und hat gefragt, ob ich morgens um 11 bei den Profis
mittrainieren kann. Da sagt man natürlich nicht, nein geht nicht,
ich habe morgen Erdkunde. Ich hatte auch einen Lehrer, mit dem
ich gut klargekommen bin, der sogar Duisburg-Fan war. Ja dann
trainiert man da und man macht mal das ein oder andere
Freundschaftsspiel mit. Irgendwann kam dann ein Anruf von
meinem Berater. Der sagte, dass ich bei einem Testspiel so positiv
aufgefallen bin, dass wir uns in der nächsten Woche mit dem
Sportdirektor zusammensetzen und einen Vertrag für die erste
Mannschaft aushandeln. So war das dann, ich hatte gerade mein
Abitur bestanden, war noch nicht mal auf meiner Abschlussfeier,
weil ich zu dem Zeitpunkt irgendwo in Portugal im Trainingslager
war. Das ist eine Erfahrung, die ich immer so treffen würde. Ich
habe dann ein Jahr nichts anderes gemacht, außer Fußball
gespielt. Ich habe, so wie ihr Jungs es nennen würdet, einen
Traum gelebt. Morgens aufstehen, gefrühstückt, trainiert, dann
ein bisschen Massage, wieder trainiert, in die Sauna und um 15.30
hatte man Feierabend.
Nico: Warum seid ihr hier nach Arnoldsweiler gewechselt? Fühlt
ihr euch hier wohl?
Kevin: Ich war die letzten drei Jahre noch beim FC Düren. Nach
dem Spiel gegen Bayern München hatte mein Berater mir
empfohlen, einen Highlightfilm aus dem Spiel zu schneiden. Mein
Berater hat mit dem von mir geschnittenen Film sein Netzwerk
genutzt. Ich wurde bei verschiedenen Bundesligisten zum
Leistungstest eingeladen. Ich habe es leider nicht geschafft, was
aber kein Hals- und Beinbruch ist. Man fiebert die ganze Jugend
darauf hin, gegen die Besten der Welt zu spielen. Das habe ich
einmal geschafft. Das Ziel war aber, es nicht nur einmal zu
schaffen, sondern dauerhaft. Irgendwann eilte die Zeit. Ich habe
mit den Verantwortlichen hier in Arnoldsweiler gesprochen, dass
ich mich in der Vorbereitung hier fit halten kann. Darüber kamen
auch die Gespräche mit den Verantwortlichen hier. Da ich mich
ohnehin schon sehr wohlgefühlt habe, was sicherlich damit
zusammenhängt, dass ich hier wieder mit Spielern
zusammenspielen darf, mit denen ich schon zusammengespielt
habe. Es fühlte sich dadurch nicht an, dass ich zu einem neuen
Verein wechsel, auch wenn das Wappen und das Umfeld etwas
anders ist. Hier wird alles wie eine große Fußballfamilie gelebt.
Dominik: Bei mir ist es das Gleiche. Ich bin von Duisburg nach hier
gewechselt. Ich habe danach noch zwei Vereine mitgenommen, da
es hier mit dem Trainer nicht gepasst hat. Zunächst war ich in
Euskirchen und dann beim FC Düren. Da bin ich durch Bernd
Lennartz hingekommen. Ich hatte dann das Problem wieder, dass
ich mir das Kreuzband wieder gerissen habe und ich mich wieder
nicht gebraucht gefühlt habe. Dann hat mich der Trainer mit der
Glatze angerufen und mir gesagt, hier brauchen wir dich auf jeden
Fall. Naja, ich kenn die Leute und das Umfeld hier und jetzt bin ich
seit 2 ½ Jahren hier und kann mir auch nichts mehr anderes
vorstellen. Die Leute, die hier arbeiten, die sind mit dem Herzen
dabei. Fußball hat immer viel mit Emotionen und mit Herzblut zu
tun. Das hat man hier in Arnoldsweiler und deshalb macht es hier
auch sehr viel Spaß.
Fabian: Kevin, eine Frage an Dich. Würdest Du lieber einen Elfer
halten oder lieber einen 1 gegen 1?
Kevin: Also am Wochenende hätte ich lieber den Elfmeter
gehalten, da es auch zu keiner 1 zu 1 Situation kam. Man kann es
so pauschal glaube ich nicht beantworten. Wir spielen am
Donnerstag gegen Fortuna Köln. Wenn es am Ende 1:0 steht und
es kommt zu einer 1 zu 1 Situation, halte ich lieber die 1 zu 1
Situation. Wenn wir aber 5:0 führen, kann der Elfer auch mal
reingehen. Das ist also eher spielstandabhängig. Das würde ich so
pauschal nicht sagen können.
Nico: Habt ihr Ziele für die Saison? Oder Ziele für die Zukunft?
Dominik: Für die Saison habe ich für mich persönlich kein genaues
Ziel. Fußball ist ein Mannschaftssport, da stelle ich meine
persönlichen Ziele gar nicht so weit nach oben. Ich könnte sagen,
es wäre schön, wenn ich dieses Jahr 10 Tore schieße und 15
vorbereite. Aber wenn die Mannschaft am Ende einen gewissen
Erfolg hat, den man auch an der Platzierung festmachen kann, ist
das eine gute Sache. In der Liga, in der wir spielen, wo es um Auf- und Abstieg geht, geht es mehr als nur um schön Fußball spielen.
Wenn man 30 Spiele schön bestreitet aber trotzdem absteigt,
bringt das auch nichts. Für das Team also den größtmöglichen
Erfolg, wenn für mich dabei ein paar Tore oder Assists
herausspringen, ist das sehr gut. Aber meine persönlichen Ziele
stelle ich hinten an. Wenn wir am Ende unter den ersten fünf
oder sechs sind, haben wir eine gute Saison gespielt und eine sehr
gute, wenn wir unter die ersten drei kommen. Wenn ich mir für
mich persönlich was aussuchen könnte, dann, dass ich gesund
bleibe. Und zwar nicht über zwei oder drei Jahre, sondern
langfristig, vielleicht mal 10 Jahre verletzungsfrei.
Kevin: Das sehe ich ähnlich. Persönliches Ziel als Torwart ist
natürlich zu 0 zu spielen, oder möglichst wenig Gegentore zu
bekommen. Das hat am Freitag schon sehr gut funktioniert (alle
lachen). Aber insgesamt kann man der Mannschaft, wenn man die
eigenen Ziele hintenanstellt, viel besser helfen. Die persönlichen
Ziele kann man, gerade wie bei euch im jungen Spielalter, etwas
trainieren. Ein persönliches Ziel wäre vielleicht, wenn ich mit dem
rechten Fuß besser bin, als mit dem linken, über die nächsten
Monate den schwachen Fuß zu trainieren. Mein persönliches Ziel
ist, wenn ich auf das letzte Wochenende gucke, weniger
Gegentore zu kassieren. Dann muss man mal schauen, wie man
das macht. Es liegt ja nicht immer nur an einem selber, da gibt es
eine gesamte Mannschaft. Man sagt ja auch: „Man gewinnt
zusammen und man verliert zusammen.“ Da hat man eher ein
gemeinsames Ziel.
Fabian: Könntet ihr euch vorstellen Jugendtrainer hier zu sein?
Kevin: Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, eine Mannschaft zu
trainieren. Seit 2019 bin ich Geschäftsführer einer
Fußballakademie. Dort wird stark auf Individualtraining
wertgelegt, ebenso Mentalcoaching, Spieleranalyse, oder
Scouting. Da geht es um alles, worauf in den Leistungszentren
wert gelegt wird. Daher bin ich eher im Individualbereich tätig.
Der Tag hat auch nur 24 Stunden, daher ist die Zeit auch
irgendwann knapp. Das soll aber nicht heißen, dass das nicht
Dominik: Ich habe mal eine Zeit lang in Bördeland eine
Jugendmannschaft als Co-Trainer unterstützend trainiert.
Irgendwann hat mir aber die Zeit gefehlt, wenn man selbst drei bis
viermal die Woche trainiert und ganz normal arbeiten geht. Das ist
immer etwas schwierig. Zurzeit eher nein. Ich bin Papa geworden
und wenn ich mir aussuchen müsste, ob ich in meiner freien Zeit
mein Fachwissen an euch junge Spieler weitergeben möchte, dann
muss ich sagen, eigentlich sehr und liebend gerne, aber das wird
von der Zeit zu knapp. Ich stehe schon viermal die Woche auf dem
Fußballplatz. Wenn noch ein Tag oder mehrere hinzukämen, fehlt
die Zeit für die Familie. Ich glaube aber, dass das irgendwann
kommt. Wenn mein Kleinster auch sechs oder sieben Jahre ist und
sagt, Papa ich will Fußball spielen. Ich könnte mir schon vorstellen,
entweder seine Mannschaft oder eine andere zu trainieren, um
mein Fachwissen zu teilen. Aber man kann das nie vorhersagen,
wann es wo in welche Richtung geht.
Nico: Habt ihr Fußballvorbilder? Wenn ja, warum diese Person?
Kevin: Damals war es tatsächlich Oliver Kaan und Ika Casillas, weil
die beiden das Maß aller Dinge waren.
Dominik: Hast du die mal getroffen?
Kevin: Mhm, ich habe den FC Porto mal getroffen, das kann ich
mal erzählen. Ich war mit meiner Oma am Flughafen, da wir ein
Haus in Spanien haben. Die hatten ein Auswärtsspiel in Valencia
und wir mussten nach Valencia fliegen. Am Flughafen war die
ganze Mannschaft in ihrem Dress. Ich hatte aber keinen Ball für
Autogramme und habe mich auch nicht getraut. Meine Oma ist zu
einem Sportgeschäft am Flughafen geflitzt und hat mir einen
kleinen Champions-League-Ball gekauft. Wir haben dann am Duty
Free jeden Spieler von denen abgeklappert und habe von allen ein
Autogramm bekommen. Dann kam der Trainer Mourinho und
wurde von so Medienfuzzis abgefertigt für die Zeitung. Er hat das
Interview unterbrochen und mich auf den Schoß genommen und
den Ball unterschrieben und gesagt, dass „wir“ Champions-League-Sieger werden. Und dieses Bild ging später in der
portugiesischen Presse herum. Um aber auf die Frage nochmal zu
kommen. Damals war es tatsächlich Kaan und Casillas aber
seitdem ich das Torwartspiel beherrsche, bzw. verstanden habe,
waren es Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen. Nicht weil es
Deutsche sind, sondern weil die es auf ein neues moderneres
Level gehoben haben. Bei denen sieht man es sehr gut, dass es im
Tor nicht nur darauf ankommt, zwei Hände zu haben und alle Bälle
abzuwehren. Sondern, dass man viele Torwarttechniken
beherrschen und auch mal ein Spiel lesen muss.
Dominik: Das kann ich kurz und knapp machen. Aktuell habe ich
keinen Spieler. Mein Lieblingsspieler, und ich weiß nicht warum,
ist, und das wird auch so bleiben, Zinedine Zidane. Für mich war
das ein Spieler, der sich nie ins Rampenlicht gestellt hat und
immer sehr bodenständig war. Damals fand ich auch Michael
Ballack super. Von Zidane habe ich heute noch ein Trikot, passt
mir aber nicht mehr.
Kevin: Zu eng???
Dominik (lächelnd): ja, zu eng.
Kevin: Gibt es das denn bei euch auch? Habt ihr denn auch ein
Vorbild außer Dominik und mich?
Nico: Für mich ist das Kimmich. Der hat als Rechtsverteidiger, was
ich ja auch spiele, in Leipzig und in Bayern gespielt. Jetzt spielt er
als 6er, was ich ja jetzt auch geworden bin.
Kevin: Wenn er also jetzt Stürmer wird, wirst du das auch?
Nico: Ja genau (alle lachen). Er ist sehr ehrgeizig und das bin ich
auch so ein bisschen.
Fabian: Bei mir ist es auch, unter anderem, Kimmich. Da gibt es
aber auch sehr viele andere, wie Toni Kroos, Luca Modric, Xavi
oder Iniesta. Aber am meisten mag ich Andres Iniesta,
wahrscheinlich weil er in Barcelona spielt und Barcelona einer
meiner Lieblingsvereine ist. Jetzt eine Fußballfrage, die eigentlich
jeder beantworten muss. Messi oder Ronaldo?
Kevin: Für mich ganz klar Lionel Messi. Ronaldo ist einfach ein
komplett anderer Spieler. Es ist atemberaubend, wie Messi Spiele
im Alleingang entscheidet. Ich mag auch Barcelona etwas mehr als
Madrid, was allerdings jetzt nicht heißt, dass ich jetzt auch Paris-Fan werde. Ich habe ihn einmal live im Stadion gesehen. Wenn
man sich nur den Spieler Messi mal anschaut….
Dominik: ….dann sieht das fast aus wie bei Tim Gerhards.
Kevin: (lacht) Ja genau, das ist sehr ähnlich wie bei Tim Gerhards.
Also spielend leicht schleicht der über den Platz. Also meiner
Meinung nach ist das der beste Spieler aller Zeiten.
Dominik: Ich schließe mich dem eigentlich fast an.
Kevin: Außer das du Ronaldo besser findest?
Dominik: Nein ich finde, die Frage kann man so nicht stellen.
Wenn wir nur davon ausgehen, dass wir nur fußballerisch davon
sprechen, wer der bessere ist, dann würde ich sagen Messi. Aber
man muss reflektieren, warum Messi besser ist. Ich glaube Messi
ist einfach der talentiertere Spieler. Der muss halt nicht, wie
Ronaldo, darauf achten, was er wann und wo isst. Er muss nicht
ins Gym gehen, damit er 2,05 Meter hochspringt, damit er die
Kraft oder den Oberkörper hat. Wenn man sich die Statue von
Messi ansieht, denkt man, das ist ein Schluck Wasser in der Kurve.
Aber er hat einfach das Talent, was du in 100 Jahren nicht mehr
sehen wirst. Vor Ronaldo habe ich aber ein bisschen mehr
Respekt, weil der Geisteskranke sich alles erarbeitet. Der schießt
jedes Jahr 50 oder 60 Tore und das hat alles was mit Arbeit zu tun.
Es gibt auch andere Fußballer, die genauso talentiert sind, aber
der arbeitet einfach mehr als jeder andere. Das ist am Ende der
springende Punkt. Willst du das so sehr, dass du der Beste auf der
Welt bist? Mit dieser Konstanz, die beide Spieler auch haben.
Deshalb ist die Frage sehr interessant. Ich finde aber, man kann
beide Spielertypen nicht miteinander vergleichen. Daher ist keiner
der beiden irgendwie besser als der andere. Was würdet ihr
sagen?
Fabian: Messi
Nico: Messi! Habt ihr Lieblingsvereine, die ihr am meisten mögt?
Kevin: Ich war gestern noch im Stadion und habe wunderbar
feiern können, weil der glorreiche 1. FC Köln endlich wieder vor
Zuschauer spielen durfte. Ich bin in Köln geboren, dort groß
geworden, immer mit dem Blick auf den Dom. Daher gab es da
von Tag eins an keine andere Option als der 1. FC Köln.
Dominik: Ich habe keinen Lieblingsverein. Das hat sich irgendwann
eingependelt. Wenn man als 10-jähriger schon gegen Köln,
Schalke, oder sonst wen spielt, drückt man keinem bestimmten
Verein mehr die Daumen. Ich hatte damals für Bayern
Sympathien, da Ballack mein Lieblingsspieler war. Aber wenn ich
jetzt heute Fußball gucke, dann sitze ich nicht, wie meine Jungs
vorm Fernseher, die dann auch alle FC Fans sind. Ich schaue dann
den Liveticker oder Konferenz. Das heißt aber auch nicht, dass
man nicht gewissen Sympathien für den ein oder anderen Verein
hat.
Kevin: Wie sieht das bei Euch aus?
Fabian: Schalke.
Dominik: Ach du Kacke! Schalke. Du hättest ja jetzt alles sagen
könne, aber Schalke.
Fabian: Das kommt hauptsächlich von meinem Vater. Der ist auch
Schalke-Fan. Auch hergeleitet von früher, also ganz früher, als die
noch oben mitgespielt haben.
Nico: Bei mir ist es Bayern. Mein Vater ist auch Bayern-Fan.
Kevin: Das heißt also, als Düren gegen Bayern gespielt hat, warst
du also auch für Bayern.
Nico: Ja klar.
Dominik: Richtig so. Ich habe auch jedes Tor bejubelt, das kannst
du dir gar nicht vorstellen.
Kevin: Toller Freund.
Dominik: Ja das ist mir egal.
Fabian: Habt ihr momentan eure Lieblingsrückennummer? Oder
welche ist es?
Kevin: Die Rückennummer ist nicht unbedingt das wichtigste. Als
Torwart hat man sicherlich am liebsten die Nummer 1. Bei mir ist
das so, nicht weil ich hier in Arnoldsweiler die Nummer 30 habe.
Messi hat mir das ja jetzt unmittelbar nachgemacht. Das fand ich
eine Frechheit (alle lachen). In meinem ersten Seniorenjahr habe
ich meine Rückennummer nach dem Alter meines Opas
ausgewählt, da mein Opa mein größtes Vorbild ist. Der schaut
jedes Spiel von mir und ist immer mit Herzblut dabei. Für
Arnoldsweiler werde ich wahrscheinlich im nächsten Jahr nochmal
eine Nummer über 80 auswählen für Opa.
Dominik: Ich habe auch tatsächlich keine Lieblingsrückennummer.
In Duisburg hatte ich die 24, die konnte ich aber hier nicht
übernehmen. Dadurch habe ich dann immer die 21 gehabt. Für
mich hat die Nummer auch nicht so eine hohe Bedeutung, bin da
auch nicht wirklich abergläubig. Bei euch?
Fabian: Ich habe die Nummer 6, bin damit auch sehr zufrieden.
Kevin: Das passt ja auch zu deinem Vorbild, Kimmich.
Nico: Ich habe die 19. Mir ist das eigentlich egal, was ich für eine
Nummer habe. In Birkesdorf hatte ich als Verteidiger immer die 2.
Dominik: 2 ist die absolute Kack-Nummer. Genauso wie die 12.
Früher im NLZ in Aachen war das so, dass dein Trainer dir dein
Trikot in die Hand gedrückt hat und dann wurde immer der Reihe
nach aufgestellt. Dann sahst du schon auf der Liste, den Torwart
und dann als nächstes „Dominik, die 12“. Da hatte ich schon gar
kein Bock mehr mich umzuziehen. Sehe ich heute auch ein
bisschen anders, aber früher habe ich das tatsächlich so gesehen.
Auf welche Schule geht ihr?
Fabian: In Düren auf das Gymnasium am Wirteltor
Nico: Realschule Bretzelnweg
Dominik: Abitur?
Fabian: Ja, Abitur habe ich vor.
Nico: Habt ihr Stärken und Schwächen beim Fußball?
Kevin: Ich glaube jeder hat irgendwo Stärken und Schwächen. Das
darf man eigentlich gar nicht so sagen.
Dominik: Das ist richtig schwierig. Früher als ich so alt war, wie ihr,
im NLZ, da wurde das auch immer gefragt. Dann habe ich zu
Hause meinen Vater gefragt, was sind denn meine Schwächen?
Kevin: Man kann auch die Schwächen etwas umschreiben. Stärken
kann man sehr gut aufzählen. Zum Beispiel glaube ich, dass ich auf
meiner Position relativ kommunikativ bin, versuche meine
Mitspieler schon frühzeitig in die richtige Position zu bekommen.
Fußballerich habe ich auch gar keine so schlechte Ausbildung
genossen. Man kann die Schwächen vielleicht etwas umschreiben,
in dem man sagt: Ich möchte vielleicht etwas athletischer werden
oder in der Raumverteilung möchte ich das oder das erreichen.
Das ist gleichzeitig ja auch mit einer neuen Zielsetzung verbunden.
Wenn euch also mal ein Trainer fragt, was sind eure Stärken und
Schwächen, da könnt ihr bei den Schwächen vielleicht sagen, an
den Punkten möchte ich jetzt arbeiten. Also man sagt nicht unten
links ist meine schwache Ecke, sondern man umschreibt es so: Ich
möchte mich bei flachen Abschlüssen auf das Tor verbessern.
Dominik: Ich glaube ich bin ein relativ quirliger Spieler. Meine
Schwäche ist dann, da muss ich meinem Vater recht geben,
gerade nach so einer langen Pause, die ihr ja auch hattet, sind
andere Sachen wichtiger und habe dann das ein oder anderemal
abends die Lasagne von mittags gegessen. Aber wenn ich dann
weiß, es geht bald wieder los, kann ich mich auch schnell wieder
disziplinieren. Es gibt immer Sachen, in denen man sich
verbessern kann, aber als Schwäche würde ich das nicht
ausdrücken. Ich könnte dich jetzt fragen. Kannst du die aufzählen?
Fabian: Ich weiß nicht, da müsste ich jetzt überlegen.
Kevin: Also Zimmer aufräumen oder Müll rausbringen ist keine
Schwäche.
Dominik: Nein, also ich meine rein fußballerisch
Fabian: Mein alter Trainer hat mir mal gesagt, wenn ich den Ball
habe, wirke ich ziemlich ruhig.
Dominik: Hast du denn auch das Gefühl, dass du ruhig bist?
Fabian: Ja, schon. Auch wenn ich von einem Stürmer angegriffen
werde und muss den Ball abspielen, kann ich ruhig bleiben.
Verbessern könnte ich, dass ich einen Schritt schneller werde,
auch jetzt in der Verteidigung.
Dominik: Das ist eine Kopfsache. Vieles kannst du schon
weglaufen, dass auch als Tipp von mir, wenn du weißt: Was hat
der 10er oder 6er, der den Ball spielt, denn eigentlich jetzt vor?
Wenn du weißt, wo der hin spielt, bist du meistens einen Schritt
schneller als der Stürmer da.
Nico: Meine Schwächen sind die Schnelligkeit und die Ausdauer.
Meine Stärken sind mein Schuss und Freistoß.
Kevin: Dann musst du an deinem Selbstbewusstsein arbeiten.
Nimm dir mal die Pille beim Freistoß, überstimmst auch mal den
Trainer und jagst den Ball rein und dann habt ihr einen neuen
Freistoßschützen. Ein gutes Beispiel ist dafür Mario Basler. Der hat
einfach immer Dinge gemacht, die der Trainer vielleicht nicht so
gut fand, hat aber dann immer gezeigt, dass er das auch gut kann.
Der muss aber natürlich dann auch rein, ne?
Fabian: Habt ihr ein Ritual vor dem Spiel?
Kevin: Ich gar nicht. Manche springen ja zweimal mit dem rechten
Bein auf, machen noch zwei Purzelbäume und beten noch dreimal
zum lieben Gott. Manche schlagen noch 27 mal an die Torlatte.
Das habe ich alles nicht. Ich mache immer die Mitte vom Rasen
kaputt, damit ich eine Hilfslinie hab, an der ich mich positionieren
kann. Der Achim würde mir glaube ich auch den Kopf abhauen,
wenn ich vor dem Spiel immer in den Rasen hauen würde.
Denselben Ablauf habe ich schon vor den Spielen. Auf dem Weg
zum Spiel höre ich zum Beispiel immer die gleiche Playlist, oder es
gibt immer einen Teller Nudeln, um Kohlenhydrate zu sich zu
nehmen.
Dominik: Ich muss ehrlich sagen, ich habe das schon. Ich kann
auch nicht sagen warum, aber ich betrete immer mit dem rechten
Bein zuerst den Rasen. Das mache ich seit ich zweimal das
Kreuzband gerissen hatte. Ich habe immer gesagt, wenn es jetzt
nochmal reißt, dann ist Ende. Irgendwann macht der Körper das
nicht mehr mit. Und seitdem geht es gut. Dreimal Kreuzbandriss
im selben Knie ist halt nicht so gut.
Kevin: Na dann wärst du eben früher Jugendtrainer.
Dominik: Ja danke. Dann ist meine Oma vor vier Jahren
verstorben, der ich wirklich sehr viel zu verdanken habe, weil sie
mich überall hingefahren hat, weil meine Eltern nicht die Zeit dazu
hatten. Ich habe dann mein erstes Tatoo stechen lassen für meine
Oma und habe seitdem tatsächlich das Handgelenk, was ich küsse,
bzw. zweimal. Da steht auch noch das Geburtsdatum meiner
verstorbenen Patentante. Die hatte mich als ich klein war auf dem
Arm und hat gesagt: „Aus dem Jungen wird noch was ganz
besonderes.“ Naja, es kann halt nicht jeder sagen, ich habe einen
Profivertrag gehabt. Das ist halt etwas, was mich an meine
Patentante erinnert, auch wenn ich sie nie richtig gekannt habe.
Die Erinnerung bleibt aber an jedem Sonntag, weil ich weiß, dass
ich etwas Besonderes geschafft habe und das ich das gewissen
Leuten zu verdanken habe, dass ich heute da stehe, wo ich stehe.
Mir ist es wichtig, den Leuten das zurückzugeben, auch wenn sie
vielleicht nicht mehr am Spielfeldrand stehen.
Nico: Hattet ihr Erfolge mit Euren Vereinen?
Kevin: Ich glaube mein persönlicher größter Fußballerfolg war
vergangenen Oktober, in der ersten Runde des DFB-Pokal gegen
Bayern München. Es hätte auch einen Drittligisten treffen können,
aber ich glaube es gibt nichts Größeres, als gegen die Besten der
Welt zu spielen. Nicht nur im Kabinengang, sondern auch mit
einem Meister auf dem Spielfeld zu stehen, wo man dann Jahre
zuvor als Fan mitgelitten und gefiebert hat, ist dann auch der
größte sportliche Erfolg, würde ich sagen. Du hast doch auch
schon gegen Bayern gespielt oder?
Dominik: Ja, ich glaube das war auch der größte sportliche Erfolg.
Bei mir war das gerade unmittelbar nach der Weltmeisterschaft.
Pep Guardiola ist gerade als Trainer nach da gekommen. Dann ist
das schon so, wie Kevin sagt. Wenn man Levandowski sieht, der
hat mir sogar ein Eisbein gegeben. Ich glaub ich habe danach eine
Woche nicht trainieren können, weil ich solche Schmerzen hatte.
Oder ich habe damals mit Pierre-Emile Höjbjerg das Trikot
getauscht. Den hatte erstmal keiner auf dem Schirm und spielt
heute als 6er in Tottenham. Das macht dich schon stolz, wenn du
so ein Trikot im Eingangsbereich hängen hast. Bei mir war es auch
der Profi Vertrag als großer Erfolg, auch wenn wir mit Duisburg in
dem Jahr wieder abgestiegen sind. Aber es gehören auch
Misserfolge dazu. Daran kann man als Sportler wachsen. Denn
wenn man nur Erfolge hat, hinterfragt man das nicht. Wie sieht es
bei euch aus?
Fabian: Ja, wir waren im Finale vom Pokal mit Playit und haben im
Finale Birkesdorf mit 2:1 geschlagen. Nico ich weiß nicht, ob du da
mitgespielt hast.
Nico: Bei mir war es auch im Kreispokal gegen Börderland. Da
habe ich in der letzten Minute das Tor geschossen gegen einen
richtig guten Torwart. Dadurch sind wir ins Finale gekommen. Im
Finale haben wir gegen Düren 8:0 verloren.
Dominik: Ja, das gehört auch dazu. Ich weiß als Jugendspieler
haben wir gegen Viktoria Ellen gespielt. Glaubt mir, ich kann mich
daran noch erinnern, als ob das gestern war. Im Hinspiel haben
wir 5:0 verloren. Wir hatten keine Chance. Und am vorletzten
Spieltag haben wir zu Hause gegen Ellen gespielt. Vettweiß hatte
es noch nie vorher geschafft in die Kreismeisterschaft zu fahren.
Ich habe den Ball so halb links bekommen und dann mit der Picke
ins kurze Eck geschossen, damals in der F Jugend. Ich weiß heute
noch, da ist mein Vater quer über den Platz gelaufen und hat mich
so hochgehoben. Das war ein Traum, so eine Schlüsselsituation,
die man auch über den langen Zeitraum nicht vergisst. Habt ihr
noch Ziele? 1. Mannschaft Arnoldsweiler?
Fabian: Ja, würde ich gerne.
Nico: Ja ein bisschen höher spielen, wäre schön.
Dominik: Wenn die Chance besteht, warum nicht? Ich sag euch
ehrlich, man kann immer noch dahin, wo man die Jugend
verbracht hat, zurück gehen. Wenn ich jetzt noch 6 Jahre auf dem
Niveau hierbleibe, ist das ein schöner Abschluss.
Kevin (schaut zu Peter Eschweiler): Schau Dominik, ist schon im
Handy notiert. Dominik Behr, 6-Jahresvertrag.
Dominik: Gerade für euch ist es wichtig zu wissen. Arnoldsweiler
ist schön, aber wenn du ein Angebot von jemandem bekommst,
der noch höher und besser ist, ja dann macht das. Hierhin kannst
du immer zurück. Denn weißt du wann du dich ärgerst? Wenn du
die Möglichkeit hast und sie nicht nutzt. Das ist das, was ich euch
mitgeben kann. Wenn ihr das Angebot habt und das passt alles,
schulisch und so, dann nehmt das mit. Das ist eine Erfahrung, die
ihr mitnehmt, auch fürs Leben. Wenn ihr die Chance habt, greift
danach.

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